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Schlagwort: Liberale Theologie

Salz im religiösen Eintopf? – Missionarisch leben im Zeitalter oberflächlicher Toleranz

Salz im religiösen Eintopf? – Missionarisch leben im Zeitalter oberflächlicher Toleranz

In der Ringparabel in „Nathan der Weise“ erzählt Gotthold Ephraim Lessing von einem Vater, der einen wertvollen Ring besitzt. Auf seinem Sterbebett lässt er seine drei Söhne kommen. Jedem übergibt er einen Ring mit der Aussage, dass dieser der wahre sei. Dann stirbt er. Keiner der Söhne weiß, ob er das Original oder die Kopie hat. Jeder glaubt aber natürlich, dass sein Ring der echte ist.

Diese Ringparabel drückt eine Grundauffassung der Aufklärung aus: Die Religionen – hier durch die Ringe symbolisiert – sind alle nützlich, da und insoweit sie dem Gläubigen das Gefühl geben, etwas Wertvolles zu besitzen. Sie sind aber da schädlich, wo sie zur Abgrenzung von den anderen und einem absoluten Wahrheitsanspruch führen. Die Moral von der Geschichte: Jeder soll seine eigene Auffassung haben, diese aber nicht zur Norm erheben. Nur, wenn der eigene Glaube mit Zweifel gepaart ist, kann Religion nützlich sein und ihr friedensgefährdendes Potential in Schach gehalten werden.

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