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Schlagwort: Islam

Salz im religiösen Eintopf? – Missionarisch leben im Zeitalter oberflächlicher Toleranz

Salz im religiösen Eintopf? – Missionarisch leben im Zeitalter oberflächlicher Toleranz

In der Ringparabel in „Nathan der Weise“ erzählt Gotthold Ephraim Lessing von einem Vater, der einen wertvollen Ring besitzt. Auf seinem Sterbebett lässt er seine drei Söhne kommen. Jedem übergibt er einen Ring mit der Aussage, dass dieser der wahre sei. Dann stirbt er. Keiner der Söhne weiß, ob er das Original oder die Kopie hat. Jeder glaubt aber natürlich, dass sein Ring der echte ist.

Diese Ringparabel drückt eine Grundauffassung der Aufklärung aus: Die Religionen – hier durch die Ringe symbolisiert – sind alle nützlich, da und insoweit sie dem Gläubigen das Gefühl geben, etwas Wertvolles zu besitzen. Sie sind aber da schädlich, wo sie zur Abgrenzung von den anderen und einem absoluten Wahrheitsanspruch führen. Die Moral von der Geschichte: Jeder soll seine eigene Auffassung haben, diese aber nicht zur Norm erheben. Nur, wenn der eigene Glaube mit Zweifel gepaart ist, kann Religion nützlich sein und ihr friedensgefährdendes Potential in Schach gehalten werden.

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„Es erschien ihnen nur so…“ – Inkarnatorische Realität oder mythische Rede?

„Es erschien ihnen nur so…“ – Inkarnatorische Realität oder mythische Rede?

Wir glauben… an den einen Herrn Jesus Christus, Gottes eingeborenen Sohn,
der aus dem Vater geboren ist vor aller Zeit:
Gott von Gott, Licht vom Licht,
wahrhaftiger Gott vom wahrhaftigen Gott,
geboren, nicht geschaffen,
eines Wesens mit dem Vater;
durch ihn sind alle Dinge geschaffen.

Er ist für uns Menschen und zu unserm Heil vom Himmel gekommen,
Fleisch geworden durch den Heiligen Geist und die Jungfrau
Maria und ist Mensch geworden,
er wurde für uns gekreuzigt unter Pontius Pilatus,
hat gelitten und ist begraben worden,
er ist am dritten Tage auferstanden nach der Schrift und aufgefahren in den Himmel. Er sitzt zur Rechten des Vaters und wird wiederkommen in Herrlichkeit,
zu richten die Lebenden und die Toten;
seiner Herrschaft wird kein Ende sein.

So lautet das nizänische Glaubensbekenntnis aus dem Jahr 381 n.Chr. Stimmt das eigentlich? Ist Jesus wirklich der Sohn Gottes? Ist er wahrer Mensch und wahrer Gott zugleich? Ist Jesus der Mensch gewordene Gott?

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Der gezähmte Jesus – Was die Religionen über Jesus sagen

Der gezähmte Jesus – Was die Religionen über Jesus sagen

Ich hatte als Student die großartige Gelegenheit, neben Theologie und afrikanischen und semitischen Sprachen mich auch intensiver mit der vergleichenden Religionswissenschaft, oder wie das Fach auch genannt wird, mit der Religionsgeschichte zu beschäftigen. Unter anderem war mein Lehrer Prof. Dr. Dr. Ernst Dammann, der in diesem Jahr kurz vor seinem neunundneunzigsten Geburtstag gestorben ist.

Ernst Dammann, der einige Standardwerke verfasst hat, machte uns vor allem auf das Phänomen der nachchristlichen Religionen aufmerksam. Mit anderen Worten: Die Religionen können in vorchristliche und nachchristliche eingeteilt werden.

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Gott – ein Suchbild?

Gott – ein Suchbild?

Gott zu finden ist möglich. Vom Ende der Religionen.

Es ist schon erstaunlich, dass sie immer neu gestellt wird: die Frage nach Gott. Zu allen Zeiten, in jeder Kultur, in jeder Region auf der Erde. Die Frage nach Gott lässt die Menschheit nicht los.

Dabei sind die Vorstellungen von Gott, von dem, wer oder was er ist, so vielfältig wie die Menschen selbst. Während uns die Frage, ob es einen Gott gibt (und wenn ja, wie er ist und was er will) vereint, trennen uns die Antworten umso deutlicher. Denn die Bilder von Gott, die in den verschiedenen Religionen zu finden sind, unterscheiden sich oft grundlegend voneinander.

 

Ein Gott oder viele Götter?

Während Judentum, Christentum und der Islam von einem einzigen Gott ausgehen, herrscht in vielen anderen Kulturen die Ansicht, dass der Himmel gleich mit einer ganzen Göttersippe bevölkert sei. So glaubten die Germanen an Odin und Freya, an Thor und Tiu und viele andere aus den Götterfamilien der Asen und Wanen. Die Griechen hatten Zeus und Hera, Aphrodite und Apollo sowie eine ganze Schar von Halbgöttern, die in nicht immer ungetrübter Eintracht auf dem Olymp hausten. Die Römer übernahmen die Idee der Griechen. So entsprach bei ihnen Jupiter dem griechischen Zeus, Venus der Aphrodite, Diana der Artemis und so weiter. Jede dieser Gottheiten hatte spezifische Aufgaben. Und auch die alten Ägypter identifizierten die verschiedenen Götter mit bestimmten Funktionen. Oder besser ausgedrückt: Bestimmte Naturphänomene wurden „vergottet“. So wurde die Sonne zum Sonnengott Re und auch der Nil war ein Gott.

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