Ostern ist mehr

Ostern ist mehr

»Nach seinem Bestseller „Weihnachten ist mehr“ erklärt Roland Werner nun den Kern von Ostern: Das Grab ist leer, der Weg ist frei! Warum das ein Grund zur Freude ist und wie die vielen weltlichen und kirchlichen Ostertraditionen alle auf das Wunder der Auferstehung hinweisen – das präsentiert der Autor klar, mit Witz und mit seiner Liebe für das Evangelium. Eine Einladung für Menschen, die den Bezug zu Ostern verloren haben, sich wieder aus vollem Herzen „Frohe Ostern!“ zu wünschen.«

Das schreibt der Verlag zu meinem neuen »Büchlein« zum Verschenken oder Selbstlesen, weitere Infos hier.

Demokratie. Gabe und Aufgabe. – Ein Zwischenruf

Demokratie. Gabe und Aufgabe. – Ein Zwischenruf

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Demokratie – nicht selbstverständlich

Dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, macht ein Blick in die Geschichte klar. Selbst das vielgerühmte Griechenland brachte in der klassischen Zeit keine echte Demokratie hervor, auch wenn sie sich so nannte. Denn beileibe nicht das ganze „Volk“ – das ist die Übersetzung des Wortes „demos“ wahr hier wahlberechtigt, sondern nur die freien Männer, die Land besaßen. Ausgeschlossen von Herrschaft und Wahlmöglichkeit waren die Frauen, die Unfreien und Sklaven und natürlich auch die Fremden. In den griechischen Stadtstaaten gab es also maximal eine Herrschaft der wenigen Reichen.

Dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, zeigt zweitens auch der Blick in die Welt um uns herum. Es gibt in unserer Zeit noch an vielen Stellen Diktaturen oder auch die Herrschaft einer Bevölkerungsgruppe über die anderen. Manchmal ist diese Wirklichkeit kaschiert durch scheinbar demokratische Formen. Doch Staaten mit Einparteiensystemen können nicht wirklich den Namen Demokratie für sich beanspruchen, auch, wenn der Form nach Wahlen durchgeführt wurden.

Die Länder, in denen wirkliche Demokratie herrscht, und zwar nicht nur dem Namen nach, sind immer noch in der Minderheit. Und ein zweites fällt auf: Es sind vor allem die Länder, die kulturell und geistesgeschichtlich zum so genannten „christlichen Abendland“ gehören, in denen sich demokratische Strukturen herausgebildet haben. Noch genauer gesagt: Es sind die Länder, die von der Reformation am stärksten beeinflusst wurden, in denen sich demokratische Staatsformen am deutlichsten und am dauerhaftesten herausbilden konnten.

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Demokratie – eine Frucht der Bibel

Das kommt nicht von ungefähr. Die Zugänglichkeit der Bibel in der Muttersprache spielte dabei eine zentrale Rolle. Denn in ihr werden grundlegende Wahrheiten gelehrt, die zur Entstehung und zum Erhalt von demokratischen Strukturen unerlässlich sind. Dazu gehört ganz zentral die Aussage, dass die Menschen, Männer und Frauen, im Ebenbild Gottes geschaffen sind und deshalb eine unveräußerliche Würde besitzen. Genauso wichtig war und ist die Betonung der Bibel auf Recht und Gerechtigkeit. Gerade die prophetischen Bücher des Alten Testament sparen nicht mit Kritik an den Herrschenden und fordern sie im Namen Gottes auf, gerecht zu handeln und das Recht des Einzelnen, auch gerade das des Armen und Schutzlosen zu achten und zu verteidigen. Im Alten Testament gibt es durchgängig eine Kritik an jeder Form von absoluter Herrschaft. Gerade weil Gott der wahre König ist, wird das Königtum kritisch gesehen und selbst Könige zur Rechenschaft gezogen.

Weil das Vorwort der frühen englischen Bibelübersetzung von Wycliffe genau diese Gedanken enthielt, war die Bibelübersetzung in England im späten Mittelalter verboten. Krone und Altar fürchteten sich vor der demokratisierenden Kraft der Bibel.

Es ist bezeichnend, dass die Worte von Thomas Jefferson über das „…..right“ aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung fast wörtliche Zitat aus der Einleitung zur Bibel von Wycliffe sind.

Erst als die Bibel in den folgenden Jahrhunderten, vor allem durch die Reformation, den Menschen Europas in ihren Muttersprachen zugänglich wurden, konnten die Ansprüche des Papsttums und des Kaisertums auf absolute Macht zurückgedrängt werden. Dass das nicht ohne Kämpfe ging, zeigt die Geschichte besonders in Frankreich und im habsburgischen Österreich. In beiden Fällen war die Bibel nicht frei zugänglich – in Frankreich durch die Verfolgung der Hugenotten – oder für die einfachen Menschen verboten, so in der Gegenreformation der Habsburger Lande. Wo jedoch die Bibel auch in den Häusern gelesen und in den Kirchen gelehrt wurde, entwickelten ihre Gedanken eine Kraft, die schließlich nicht nur zur Aufklärung, sondern auch zur Entstehung der modernen demokratischen Staaten führte.

Durch die Missionen und auch durch den Einfluss des zumindest teilweise von dem Gedankengut und Wertesystem der Bibel geprägten Westens allgemein verbreiteten sich demokratische Gedanken in viele Länder weltweit. Wie schwer es jedoch ist, wirkliche Demokratie zu leben und echte demokratische Strukturen aufrecht zu erhalten ohne diese geistesgeschichtliche und werte-orientierte Grundlage, kann jeder aufmerksame Zeitgenosse tagtäglich in den Nachrichten beobachten. Denn Demokratie  ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ist eine Gabe und Frucht einer zumindest teilweise von der Bibel geprägten Gesellschaft, und muss deshalb immer neu erkämpft und gesichert werden.

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Der Kampf um die Demokratie

Das kostbare Gut der Demokratie ist Gabe und Aufgabe zugleich. Denn genauso wie ein demokratisches Weltbild sich entwickeln kann, und darauf demokratische Regierungsformen aufgebaut werden können, kann ein umgekehrter Prozess in Gang kommen. Diese Erfahrung hat es leider in der Geschichte auch immer wieder gegeben. Deshalb ist Demokratie – auf allen Ebenen – in der kleinsten Gemeinschaft bis hin zum Staat – immer neu zu erarbeiten, ja zu erkämpfen. Die Grundlage ist der Respekt vor der Würde und damit verbunden vor dem Gewissen des Einzelnen. Es war ein Meilenstein der Geschichte, als Martin Luther vor der versammelten Machtfülle des Reichs und der Kirche sich auf die klare Vernunft und sein an die Bibel gebundenes Gewissen bezog. Die Folgen waren für ihn unabsehbar. Er hätte wie Jan Hus 100 Jahr zuvor auf dem Scheiterhaufen brennen können. Stattdessen gefiel es der göttlichen Vorsehung, sein Bekenntnis zu einem weltbewegenden Fanal werden zu machen, aus dem nicht nur die Reformation und die daraus folgenden Erweckungsbewegungen mit ihrer Segensgeschichte von Diakonie und Volksmission entstanden, sondern letztlich auch die Impulse, die, verbunden mit anderen, zur Herausbildung unserer freiheitlichen Demokratie wurden. Dass auch heute Mut und Gottvertrauen dazu gehören, unsere demokratischen Freiheiten und Ordnungen langfristig zu sichern und zu gestalten, ist eine Lektion, die wir immer neu lernen müssen.

Dr. Dr. Roland Werner ist Professor für Theologie im globalen Kontext an der Ev. Hochschule Tabor und Vorsitzender von proChrist.

(Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in der Zeitschrift „Neues Leben 3.2017“)

Aufzeichnung Winterbibelschule »Der Römerbrief«

Aufzeichnung Winterbibelschule »Der Römerbrief«

Vom 28. bis 30. Dezember 2017 fand im ChristHaus in Marburg die Winterbibelschule zum Thema »Der Römerbrief« statt. Dieser ZinzendorfWorkshop steht hier vollständig als Mitschnitt zur Verfügung:

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Das Licht des Messias

Das Licht des Messias

Das Licht des Messias

Erhebe dich, du, der du schläfst, und steh auf von den Toten, und dann wird der Messias dich durch und durch erleuchten!
Epheser 5, 14

Für Faruk war es ein ganz besonderer Tag. Im Lauf der Jahre waren seine Augen immer schlechter geworden. Wenn er jetzt lesen wollte, musste er mit dem Buch in die Sonne treten und die Seite ganz nahe an seine Augen halten. Dabei war Leben und Studieren schon immer ein großer Teil seines Lebens gewesen. Und jetzt, wo er an einer Bibelübersetzung in die Sprache seines Volkes arbeitete, war es umso wichtiger, dass er gut sehen konnte. Wieso musste gerade jetzt seine Sehkraft so nachlassen? Eine gute Brille zu kaufen konnte er sich nicht leisten, den Besuch zum Augenarzt erst recht nicht. Die gab es in seinem Heimatland in Afrika sowieso nur in den großen Städten. Hier war guter Rat teuer. Doch eines Tages kam ein Team aus einem Nachbarland. Es waren Ärzte und Pastoren aus einem Missionskrankenhaus, die in diese einsame Gegend gekommen waren, um zu helfen, wo Hilfe nötig war. Sie besuchten auch Faruk in seinem kleinen Lehmhaus. Eine große Ehre war solch ein Besuch! Aber das Beste: Im Team war eine Augenärztin. Die untersuchte seine Augen. Ein paar Monate später hielt er dann seine neue Brille in den Händen. Diesen Tag hat er nie mehr vergessen.

Es ist ein besonderer Tag, wenn ein Mensch wieder sehen kann. Das gilt für das Augenlicht. Das gilt umso mehr für das Licht des Glaubens. Wenn ein Mensch aufwacht aus dem geistlichen Schlaf und die Augen öffnet für Gottes Wirklichkeit, ist das wie einer neue Geburt, wie ein Leben aus dem Tod. Diese Auferstehung und dieses Hellwerden besingt dieses urchristliche Lied, das Paulus den Ephesern in Erinnerung ruft: „Erhebe dich, du, der du schläfst, und steh auf von den Toten, und dann wird der Messias dich durch und durch erleuchten!“

Endlich aufwachen! Endlich die Augen öffnen! Das bedeutet Advent: Es wird wieder hell! In unseren Herzen strahlt es auf, das Licht des Messias Jesus.

Aufmerksamkeit: Ein anderes Wort für Liebe

Aufmerksamkeit: Ein anderes Wort für Liebe

Petrus aber blickte ihn an mit Johannes und sprach: Sieh uns an! Und er sah sie an und wartete darauf, dass er etwas von ihnen empfinge.

Apg 3, 4-5

Und Jesus sah ihn an und gewann ihn lieb.

Mk 10, 21

Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für das Auge unsichtbar.

Antoine de St. Exupéry

 

Aufmerksamkeit ist das Herz des Gebets. So formulierte es die französische Philosophin Simone Weil, die in einer jüdischen Familie aufwuchs und als Erwachsene eine bewusste Hinwendung zu Christus vollzog.

Aufmerksamkeit ist auch die Grundvoraussetzung für wissenschaftliches Arbeiten. Denn schließlich kann man nur das untersuchen und erforschen, was man aufmerksam betrachtet.

Aufmerksamkeit gehört aber auch grundlegend zu einem geistlichen Leben. Mein väterlicher Freund und langjähriger Mentor Leighton Ford, der Schwager von Billy Graham, hat vor wenigen Wochen ein neues Buch herausgebracht. Es trägt den Titel „The Attentive Life“ – „Das aufmerksame Leben“. Im Untertitel macht er deutlich, worum es dabei im Tiefsten geht: „Gottes Gegenwart in allen Dingen erkennen“. Wir können lernen, aufmerksam durch die Welt zu gehen und überall Gottes Spuren zu entdecken.

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Etwas Schönes für Gott: Grundlagen einer geistlichen Ästhetik

Etwas Schönes für Gott: Grundlagen einer geistlichen Ästhetik

Und der HERR redete mit Mose und sprach: Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezalel, den Sohn Uris, des Sohnes Hurs, vom Stamm Juda, und habe ihn erfüllt mit dem Geist Gottes, mit Weisheit und Verstand und Erkenntnis und mit aller Geschicklichkeit, kunstreich zu arbeiten in Gold, Silber, Kupfer, kunstreich Steine zu schneiden und einzusetzen und kunstreich zu schnitzen in Holz, um jede Arbeit zu vollbringen.

2. Mose 31, 1-5

Deine Augen werden den König sehen in seiner Schönheit; du wirst ein weites Land sehen.

Jesaja 33, 17

Und er führte mich hin im Geist auf einen großen und hohen Berg und zeigte mir die heilige Stadt Jerusalem hernieder kommen aus dem Himmel von Gott, die hatte die Herrlichkeit Gottes; ihr Licht war gleich dem alleredelsten Stein, einem Jaspis, klar wie Kristall.

Offenbarung 21, 10-11

Schönheit ist ein Thema in der Bibel vom ersten bis zum letzten Kapitel. Jeder einzelne Schöpfungstag wird kommentiert mit dem Satz: „Und siehe, war gut!“ Hierin – in der guten Schöpfung – ist auch das Merkmal der Schönheit mit enthalten. Das zeigt jeder Blick in die Natur, im kleinsten Detail und im großen Rahmen: Gott hat die Welt schön geschaffen. Die Psalmen besingen diese Schönheit der Schöpfung und zeigen, dass sich gerade darin die Herrlichkeit Gottes zeigt.

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