Der Skandal des Kreuzes – Warum das Kreuz so anstößig ist

Der Skandal des Kreuzes – Warum das Kreuz so anstößig ist

Zwei Balken, der eine in die Erde gerammt, der andere hochgezogen und oben quer in eine Einkerbung eingepasst. Ein Mensch, der daran hängt, angenagelt, bis er stirbt. Kreuzigung im römischen Reich.

Die Römer hatten sich zu Experten in Sachen Kreuzigung entwickelt. Sie hatten diese grausame Hinrichtungsart von ihren Erzfeinden, den Karthagern, übernommen, die sie in den drei großen punischen Kriegen niedergezwungen hatten. Ohne Zweifel war dies eine der grausamsten Methoden, mit der Menschen auf brutale und schreckliche Weise getötet wurden.

 

Abstoßend und Ekel erregend

Obwohl sie sie längst selbst massenweise anwandten, hatte eine Kreuzigung und damit das Kreuz selbst für Römer immer noch den Geruch des Ausländischen und Anstößigen. Der bekannte Staatsmann Cicero drückte den Abscheu des gewöhnlichen römischen Bürgers gegenüber der Kreuzigung so aus:

„Henker, Verhüllung des Hauptes und schon das bloße Wort „Kreuz“ sollen fernbleiben nicht nur dem Leib der römischen Bürger, sondern auch ihren Gedanken, ihren Augen, ihren Ohren.“ [1]

Für die Römer war das Kreuz abstoßend und Ekel erregend. So war es klar, dass die Kreuzigung als Todesstrafe nur bei ganz extremen Verbrechen angesetzt wurde – bei Aufruhr, Hochverrat, Tempelraub und Mord. Nur Nichtrömer und Sklaven durften gekreuzigt werden. Die Kreuzigung war die Strafe für die Niedrigen, die Rechtlosen, die Sklaven.[2] Sie wurde als „grausamste und schrecklichste aller Strafen“[3] bezeichnet.

Die Hinrichtung am Kreuz war zu schmachvoll, als dass ein freier römischer Bürger, selbst wenn er ein Kapitalverbrechen begangen hatte, ihr unterzogen werden durfte. Deshalb wurde der Apostel Paulus in Rom nicht wie sein Mitapostel Petrus gekreuzigt, sondern wurde mit dem Schwert enthauptet, denn er besaß im Gegensatz zu Petrus das römische Bürgerrecht.

 

Unverständlich und lächerlich

Dass gerade ein Gekreuzigter der Messias, der Sohn Gottes und Erlöser der Welt sein sollte, war für die antike Welt eine unerhörte Zumutung. Für solch einen Gedanken konnte man nur Spott und Unverständnis ernten. In den Ruinen des alten Rom ist ein Graffito, eine Wandkritzelei erhalten, die dieses Unverständnis ausdrückt. An einem Kreuz hängt ein Mann mit einem Eselskopf. Vor ihm kniet ein junger Mann, der seine Hand zum Gebet erhebt. Daneben die Worte: „Alexamenos betet seinen Gott an![4]

Mit dieser Zeichnung wollte augenscheinlich ein Sklave in der kaiserlichen Hofhaltung einen Mitsklaven, der Christ war, verspotten. Wie kann Alexamenos so verrückt sein, an einen Gott am Kreuz zu glauben! Wer einen Gekreuzigten, also einen verabscheuungswürdigen Verbrecher, als Gott anbetet, der kann genauso gut einen Esel anbeten!

 

Ausgestoßen und verflucht

Doch nicht nur die Römer selbst nahmen Anstoß am Kreuz. Für die Juden damals war diese Todesart ein Zeichen für die größte Schande. Wer am Kreuz hing, der war nicht nur von der Volksgemeinschaft ausgeschlossen, sondern er war unverkennbar von Gott gestraft und verlassen. Ein Tod am Kreuz war das Schlimmste, was einem geschehen konnte.

Denn wenn einer am Kreuz hing, dann war das der absolute Beweis dafür, dass Gott sich von ihm abgewendet hatte, dass er von Gott verflucht war. Diese Ansicht gründete auf einer Aussage im Alten Testament, die von den Juden zur damaligen Zeit auf die Kreuzigung bezogen wurde. Im mosaischen Gesetz heißt es:

„Wenn jemand eine Sünde getan hat, die des Todes würdig ist, und wird getötet und man hängt ihn an ein Holz, so soll sein Leichnam nicht über Nacht an dem Holz bleiben, sondern du sollst ihn am selben Tage begraben – denn ein Aufgehängter ist verflucht bei Gott -, auf dass du dein Land nicht unrein machst, das dir der Herr, dein Gott, zum Erbe gibt.“ [5]

Wer aufgehängt wurde, galt also für die Juden als unrein, verflucht und von Gott verlassen. Ursprünglich sollte hiermit verboten werden, dass ein Hingerichteter nach seinem Tod zur öffentlichen Zurschaustellung an einen Pfahl gehängt wurde, denn vor dem Kommen der Römer wurde in Israel die Kreuzigung nicht praktiziert.[6] Später jedoch bezog man diese Anweisung des Mosesbuches auch auf die am Kreuz Hängenden, wie wir aus den Evangelienberichten wissen.

 

Anstößig und absurd

Auch heute ist das Kreuz noch anstößig. Trotz einer über tausendjährigen christlichen Geschichte ist für viele Menschen im Abendland die Sache mit dem Kreuz überhaupt nicht klar. Das mag an der Unfähigkeit von uns Christen liegen, diesen zentralen Punkt der Bibel zu erklären. Das mag aber auch daran liegen, und das ist sicher der wichtigere Grund, dass das, was die Bibel über das Kreuz sagt, unserem natürlichen Wesen so entgegensteht. Und so gibt es unzählige Anfragen an die biblische Aussage, dass sich hier, in dem gekreuzigten Jesus, die Liebe Gottes zu unserer verlorenen Welt zeigt.

Wie soll man sich das vorstellen, dass Gott sich in dem gekreuzigten Jesus offenbart? Ist Gott nicht eher im Schönen und Guten zu finden, im romantischen Sonnenuntergang, im Rauschen der Wälder und der Unermesslichkeit des Weltalls? Warum braucht es überhaupt ein Sterben am Kreuz? Kann Gott nicht auch so vergeben, ohne dieses hässliche Spektakel? Widerspricht es nicht geradezu der Liebe Gottes, wenn er zulässt, dass Jesus auf diese furchtbare Weise stirbt? Fragen über Fragen.

Nicht nur der moderne Mensch stellt sie. Schon damals stieß die Verkündigung des Kreuzestodes von Jesus als zentrales Ereignis der Gottesgeschichte auf Unverständnis, Kopfschütteln und blankes Entsetzen. Der große Völkermissionar Paulus empfand vor seinem Bekehrungserlebnis genau so. Doch nachdem er dem lebendigen Jesus begegnet war, wurde er zum Verkündiger gerade dieser offensichtlich absurden Botschaft. Er war sich der Schwierigkeit bewusst, diese Nachricht an den Mann zu bringen. Im Brief an die neu gewonnen Christen in Rom beschreibt er diese Schwierigkeit so:

„Die Juden fordern Zeichen, und die Griechen fragen nach Weisheit. Wir aber predigen den gekreuzigten Christus, den Juden ein Ärgernis und den Griechen eine Torheit.“ [7]

Für die frommen Juden war es undenkbar, dass ein Gekreuzigter der Messias sein sollte. Gerade der Tod am Kreuz zeigte für sie, dass Jesus von Gott verlassen, ja sogar von ihm verstoßen war.

Für die gebildeten Griechen war von vornherein jeder Nichtgrieche ein Barbar. Wenn sich der höchste Gott, der für sie, wenn er überhaupt existierte, der Inbegriff des Guten und Schönen sein musste, sich mitteilen würde, dann waren sie als Griechen sicher die erste Adresse. Denn schließlich waren die großen Philosophen bei ihnen zu finden, Sokrates und Platon und Aristoteles. Und nicht zuletzt waren die großen Dichter und Autoren allesamt Griechen, angefangen von Homer über Thukydides bis in ihre Zeit. Wie sollte man sich das, bitteschön, vorstellen, dass Gott sich bei den barbarischen Juden offenbart hat? Und was hatte ein offensichtlich gescheiterter Möchtegern-Philosoph aus dem obskuren Ort Nazareth damit zu tun?

Ein Skandal, ein Anstoß für die Juden, eine Absurdität, eine Torheit für die Griechen, das war die Botschaft vom Kreuz in der antiken Welt. Das wussten die ersten Christen sehr wohl. Doch sie hatten keine Wahl. Das war die Botschaft, von der sie wussten, dass sie wahr ist. Sie konnten sich nicht ihr eigenes Evangelium zusammenstricken. Und das Kreuz war und blieb zentral.

 

Unverstanden und unerhört

Nicht nur Juden und Griechen hatten ihre Schwierigkeit mit dem Kreuz. Ähnlich ging es einem Mann, der an der Wende vom 6. zum 7. Jahrhundert nach Christus auf der arabischen Halbinsel auftrat mit dem Anspruch, ein Prophet Gottes zu sein. Und zwar des Gottes, der zu den Juden und den Christen gesprochen hatte. Mohammed war sein Name. Als einer, der nicht lesen und schreiben konnte, war er auf die Erzählungen anderer angewiesen. Und die waren nicht immer genau. So finden wir im Koran viele der biblischen Geschichten leicht abgeändert vor. Manchmal sind es offensichtliche historische Fehler, zum Beispiel da, wo Mohammed die Schwester der Mose, Mirjam, mit Maria der Mutter von Jesus, deren hebräische Namensform ja Mirjam ist, in eins setzte und somit weit über tausend Jahre einfach übersprang.[8]

Aber viel gravierender als solche historischen Fehler ist die Leugnung des Koran, dass Jesus überhaupt gekreuzigt wurde. Bis auf den heutigen Tag ist das offizielle islamische Lehre. Dabei hatte Mohammed, der im Abstand mehrerer Jahrhunderte im weit entfernten Mekka auftrat, keine neuen Quellen zur Verfügung, die ihm hätten sagen können, was damals um das Jahr 30 in Jerusalem wirklich geschah. Nein, die Kreuzigung eines Propheten, und der ist Jesus ja für ihn, passte einfach nicht in sein Bild davon, wie Gott handelt. Wenn Gott allmächtig ist, so argumentiert Mohammed, dann ist er stärker als die Juden, die Jesus umbringen wollten, und kann ihre Pläne vereiteln. Und so sagt Mohammed dann auch in Sure 4,156-158[9]:

„…und weil sie [die Juden] ungläubig waren und gegen Maria eine gewaltige Verleumdung vorbrachten [dass sie mit einem Mann geschlafen hätte], und [weil sie] sagten: „Wir haben Christus Jesus, den Sohn der Maria und Gesandten Gottes, gekreuzigt“. Aber sie haben ihn [in Wirklichkeit] nicht getötet und auch nicht gekreuzigt. Vielmehr erschien ihnen [ein anderer] ähnlich [arabisch: shubbiha lahum] [so dass sie ihn mit Jesus verwechselten und töteten]. Und diejenigen, die über ihn uneins sind, gehen vielmehr Vermutungen nach. Sie haben ihn nicht mit Gewissheit getötet. Nein, Gott hat ihn zu sich [in den Himmel] gehoben. Gott ist mächtig und weise.“[10]

Ohne diesen Vers jetzt im einzelnen erklären zu können, [11] wird eins klar: Mohammed sieht im Kreuz eine Niederlage bzw. einen Sieg der Juden über Gott. Aber der kann seinen Propheten Jesus schützen und rettet ihn durch einen Trick, bei dem die Juden meinen, sie hätten Jesus gekreuzigt, den Gott aber schon längst zu sich in den Himmel erhoben hat. Für Mohammed widerspricht eine Kreuzigung von Jesus der Allmacht Gottes.

 

Realistisch und unausweichlich

Je mehr wir uns mit den Einwänden gegenüber dem Kreuz befassen, je genauer wir uns die Missverständnisse anschauen, die sich um die biblischen Aussagen ranken, um so deutlicher wird eins: Wir müssen uns noch einmal, und diesmal gründlich, mit der biblischen Botschaft befassen. Und dazu müssen wir einen neuen Blick in die Berichte der Zeitgenossen von Jesus werfen. Mit anderen Worten, wir müssen die Evangelien neu lesen, die allesamt auf den Aussagen von Augenzeugen basieren. Diese äußerst nüchtern geschriebenen Berichte über die letzten Tage und Stunden von Jesus sind spannend zu lesen. Sie hier abzudrucken würde den Rahmen meines Beitrages bei weitem sprengen. Deshalb ermutige ich jeden Leser, sich einen Augenblick hinzusetzen und – vielleicht noch zum wiederholten Mal, vielleicht aber auch zum allerersten Mal – diese Texte auf sich wirken zu lassen. Was uns da auffällt, ist zunächst einmal der äußerst knappe Stil. Hier wird nichts emotional ausgemalt oder dramatisch übertrieben. Die Evangelien lesen sich wie Zeitungsberichte. Kurz, präzise, informativ. Sie haben, wie ein Skeptiker, der sie aufmerksam las, einmal sagte, den „Klang der Wahrheit“. Kein Wunder, dass er bald vom Zweifler zum Glaubenden wurde!

Die Evangelien zeigen uns auch den außergewöhnlichen Charakter von Jesus. Ruhig und bestimmt tritt er seinen Anklägern entgegen. Bis zum Ende zeigt er die einzigartige Verbindung von Wahrheit und Klarheit auf der einen und Liebe und Barmherzigkeit auf der anderen Seite. Selbst am Kreuz, unter größten Schmerzen, wendet er sich noch den Menschen zu, die um ihn herum sind, und betet sogar für die, die ihn quälen und umbringen.

Und noch eins lesen wir in den Evangelien: Die Kreuzigung von Jesus ist kein Unfall der Geschichte, kein Fehler in Gottes Plan. Sondern sie ist die Erfüllung uralter Verheißungen. Hier am Kreuz kommen die unterschiedlichen Linien der Geschichte Gottes zusammen. Da ist die Linie der Verheißung, die sich durch das gesamte Alte Testament zieht. Sie fängt an mit der Aussage ganz am Anfang der Bibel, dass ein Nachkomme von Adam und Eva der „Schlange“, also dem Bösen, den Kopf zertreten wird, dass er aber dabei selbst tödlich verwundet werden wird.[12] Diese Hoffnung auf einen Erlöser zog sich durch die Geschichte des Volkes Israel. Oft wurde dieser Retter vor allem als politischer Befreier aus der Unterdrückung durch fremde Mächte verstanden. Jedoch scheint immer mehr hindurch, dass es um eine noch tiefere Befreiung geht. Der Prophet Jesaja sprach vom Kommen des „Gottesknechts“ und beschrieb ihn ganz anders: Er wird den Unterdrückten die Freiheit bringen und den Blinden das Augenlicht. Er wird den Armen eine gute Botschaft verkündigen und die zerbrochenen Herzen heilen.[13] Und dabei wird er selbst geschlagen, gequält, ja sogar getötet werden. Das alles aber soll geschehen, damit die Menschen von der Last der Schuld und der Macht der Sünde befreit werden.[14] Am Ende jedoch wird er selbst den Tod überwinden und Gottes Befreiung allen Menschen auf der ganzen Welt bringen.[15]

All diese Voraussagen erfüllen sich im Leben von Jesus. Wer sich eingehend damit befasst, merkt, dass sein Leben – und auch sein Tod – bis in die Einzelheiten hinein den Voraussagen des Alten Testaments entspricht. Jede Wahrscheinlichkeitsrechnung käme hier an ihre Grenzen. Und die Augenzeugen des Lebens und des Sterbens von Jesus kamen genau zu diesem Schluss: Er ist wirklich der versprochene Retter!

 

Notwendig und barmherzig

Doch warum musste Jesus sterben? War dies nicht letztlich ein Justizirrtum, eine Laune der Geschichte ohne Sinn und Ziel, das Scheitern eines guten und gut meinenden Mannes? Um zu verstehen, warum das Kreuz notwendig war, müssen wir noch etwas tiefer schauen. Der Schlüssel zum Kreuz findet sich im Herzen Gottes. Die Bibel sagt uns, dass Gott heilig und gerecht ist. Er kann und will Unrecht nicht dulden. Lüge, Hass, Mord, Missgunst, Verleumdung und was wir sonst noch in dieser Welt produzieren, sind seinem Wesen zuwider. Gott ist der Schöpfer und Richter, der Anfang des Lebens und der, zu dem alles zurückkehrt. Jeder Einzelne wird einmal Rechenschaft für sein Leben vor ihm ablegen. Dieses Wissen um eine letzte Verantwortung des Menschen ist tief in der Menschheit verankert. Ebenso wissen wir Menschen, dass wir schuldig geworden sind. Auch die, die bei sich selbst keine Schuld erkennen können, sehen sie umso deutlicher bei allen anderen! Der Mensch wird schuldig. Das ist eine Tatsache. Zerbrochene Beziehungen untereinander zeigen das ebenso wie unsere Entfremdung von Gott. Und so gibt es vielfältige Versuche, mit der Schuld fertig zu werden. Die Religionen sind voll davon.

Die Bibel zeigt uns, dass Gott nicht nur der Schöpfer und Richter ist, sondern offenbart ihn als liebenden Vater. Ihm ist die Entfremdung der Menschen von ihm und untereinander nicht gleichgültig. Deshalb ergreift er die Initiative. Auch das ist im Alten Testament schon vorgezeichnet und angekündigt: „Er wird sich unser wieder erbarmen und unsere Schuld unter seine Füße treten!“[16] Er weiß, dass wir Menschen aus eigener Kraft mit dem Problem des Unrechts und der Schuld nicht fertig werden. Und dann geschieht das Undenkbare: Gott, der Richter selbst, kommt und tritt an die Stelle des Schuldigen. Er nimmt die Last der Sünde auf sich. Es ist Gott selbst, der in Jesus die Schuld der Welt trägt: „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst.“[17]

Es ist ein Missverständnis der biblischen Botschaft zu meinen, dass Gott den unschuldigen Jesus hat sterben lassen, während er unbeteiligt vom Himmel herab schaute. Nein, Gottes Herz zerbrach dort am Kreuz. Er gab sich selbst in den Tod, um die von ihm getrennte Schöpfung wieder zu sich zurückzuholen. Das Leiden von Jesus ist das Leiden Gottes, des Vaters. Hier tritt er in das Leiden der Menschheit ein. So ist das Kreuz der Ort, an dem sich Gottes Gerechtigkeit und Gottes Liebe in vollkommener Weise zeigen. So ist Gott: Er liebt uns so sehr, dass er das Leid, die Schmerzen, ja sogar die Schuld und den Tod der Menschen auf sich nimmt.

 

Die offene Frage

Der Tod von Jesus am Kreuz ist nicht das Ende der Geschichte. Darum feiern wir Ostern. Der Tod konnte ihn, den Herrn des Lebens, nicht halten. Die Auferstehung von Jesus ist das Siegel unter seinem Leben und Sterben. Sie zeigt: Alles, was Jesus gesagt und getan hat, ist wahr. Er ist wirklich der Erlöser der Welt. Bei ihm findet sich die Antwort auf die Frage der Sünde, des Leides und des Todes.

Und doch bleibt eine Frage offen. Die Frage, ob wir das, was Gott dort für uns getan hat, im Vertrauen auf ihn annehmen. Oder ob wir versuchen, die Krankheit unseres Lebens aus eigener Kraft zu heilen. Am Kreuz hat Gott eine Tür für alle geöffnet. Aber hindurchgehen muss jeder selbst.

[1] Cicero, Pro Rabirio 16

[2] Auf lateinisch: servile supplicium, die Strafe der Sklaven

[3] Cicero, In Verrem 2.5.165

[4] Das Graffito stammt aus dem 1. Jahrhundert n.Chr. und wurde in den Wohnungen der Diener (Sklaven) im kaiserlichen Palast gefunden. Dies ist auch ein Hinweis darauf, dass sich der christliche Glaube bald auch in der Hauptstadt Rom ausbreitete.

[5] 5. Mose 21, 22-23

[6] Eine Ausnahme bildete der Hasmonäerkönig Alexander Jannaeus, der aus Rache seine politischen Feinde auf grausame Weise hinrichten ließ. Der Verfasser eines Nahumkommentars bemerkt dazu: »Er ließ Männer lebendig aufhängen, etwas, was nie zuvor in Israel geschehen war.“

[7] 1. Korinther 1, 22-23

[8] Siehe Sure 19 des Koran

[9] Der Koran ist auch hier etwas schwierig zu verstehen, deshalb sind in den Klammern Erklärungen eingefügt, die den beabsichtigten Sinn verdeutlichen.

[10] Nach Rudi Paret: Der Koran. (5. Auflage 1980) Die Teile in Klammern sind nicht im koranischen Text, sondern zur größeren Verständlichkeit eingefügt.

[11] Das habe ich in meinem Buch „Provokation Kreuz – Warum musste Jesus sterben?“ Hänssler 2005 getan. Dort werden auch die anderen Aussagen des Koran um Kreuz von Jesus erläutert.

[12] 1. Mose 3, …

[13] Jesaja 61, 1ff

[14] Jesaja 53, 1-7

[15] Jesaja 53, …

[16] Micha 7, 19

[17] 2.Kor 5, 19

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