Der gezähmte Jesus – Was die Religionen über Jesus sagen

Der gezähmte Jesus – Was die Religionen über Jesus sagen

Ich hatte als Student die großartige Gelegenheit, neben Theologie und afrikanischen und semitischen Sprachen mich auch intensiver mit der vergleichenden Religionswissenschaft, oder wie das Fach auch genannt wird, mit der Religionsgeschichte zu beschäftigen. Unter anderem war mein Lehrer Prof. Dr. Dr. Ernst Dammann, der in diesem Jahr kurz vor seinem neunundneunzigsten Geburtstag gestorben ist.

Ernst Dammann, der einige Standardwerke verfasst hat, machte uns vor allem auf das Phänomen der nachchristlichen Religionen aufmerksam. Mit anderen Worten: Die Religionen können in vorchristliche und nachchristliche eingeteilt werden.

 

Spuren Gottes in vorchristlichen Religionen

Vorchristliche Religionen sind zum Beispiel der Buddhismus, der Hinduismus, die antiken Religionen der Griechen, Römer, Germanen und Kelten, die Religionen des alten Orients sowie alle alten Stammes- und Volksreligionen. All diese Religionen haben natürlicherweise kein Wissen von Jesus Christus, obwohl in manchen von ihnen verblüffende Vorstellungen existieren, die fast wie eine Vorschau auf das Kommen von Jesus wirken.

In vielen von ihnen finden sich auch noch Reste der sogenannten Uroffenbarung, also das Wissen, dass am Anfang nicht die vielen Götter und Geister standen, sondern der Eine Schöpfergott, der alles ins Leben gerufen und den Menschen geschaffen hat. Manche haben auch noch eine Erinnerung an eine große Flut, die ein Gericht Gottes darstellte, und viele wissen, dass durch das Fehlverhalten der Menschen der Kontakt zu dem wahren Gott abgebrochen ist.

So können sie in manchen Teilbereichen eine Vorbereitung für das Evangelium darstellen, obwohl sie in anderen Bereichen die ursprünglich geoffenbarte Wahrheit Gottes verdunkeln oder ins Gegenteil verkehren, wie Paulus im ersten Kapitel des Römerbriefes darstellt, und wie es schon die alttestamentlichen Propheten immer wieder in ihren Angriffen auf den Götzendienst deutlich machten.

 

Das Problem der nachchristlichen Religionen

Ganz anders verhält es sich mit den Religionen, die nach Christus entstanden sind, genauer gesagt mit denen, deren Gründer ein Wissen von und über Jesus und den christlichen Glauben hatten. Ein klassisches Beispiel dafür ist der Islam, aber auch Religionen wie der Mormonismus, die Ahmadiyya-Bewegung, die Wachturm-Gesellschaft (Zeugen Jehovas), der Cao-Daismus in Vietnam, die Baha’i-Welteinheitsreligion, die Vereinigungskirche von San Myung Moon, die Anthroposophie und Christengemeinschaft von Rudolf Steiner und viele andere in den Jahrhunderten nach Christus neu entstandene Glaubenssysteme.

Ihnen allen ist eins gemeinsam: Sie kommen nicht an Jesus vorbei. Und weil sie nicht an ihm vorbei kommen, müssen sie sich mit ihm auseinandersetzen. Weil die Gründer zu einem bestimmten Zeitpunkt ihres Lebens die Entscheidung getroffen haben, Jesus nicht als den anzuerkennen, als den ihn die Bibel beschreibt, waren sie gezwungen, ihn umzudeuten. Sie haben versucht, Jesus in ihre Lehre einzubauen. Das ist ihr Dilemma: Sie wollen Jesus nicht als Meister und Herrn anerkennen, können aber auf der anderen Seite nicht so tun, als hätte es Jesus gar nicht gegeben. Und selbst in ihrer Ablehnung und Umdeutung von Jesus weisen sie auf ihn hin. Denn kein anderer war so mächtig und unumgehbar wie er.

 

Der Versuch, Jesus zu zähmen

Als Beispiel soll uns der Islam dienen. Mohammed wusste von Jesus, wenn auch undeutlich, aber genug, um sich vor der Frage zu sehen, ob er Jesus akzeptieren sollte, wie ihn die Bibel bezeugt. Doch da er sich selbst als den letztgültigen Propheten verstehen wollte, musste er Jesus umdeuten. Das betraf bei ihm besonders die Frage des Kreuzes. Da für Mohammed das Geheimnis der Selbstopferung Gottes am Kreuz, die aus reiner Liebe geschieht, verschlossen blieb, und er Gott nur als übermächtig und zwingend verstehen konnte, musste er die Tatsächlichkeit des Kreuzestodes von Jesus folgerichtig leugnen. Jesus wurde so zu einem Propheten unter anderen, der größte neben Mohammed zwar, aber doch nur eine Vorstufe. Ähnlich machten es der Gründer der Baha’i und in letzter Zeit der Koreaner Moon.

Andere, wie die Mormonen und die Zeugen Jehovas, entwerten die einzigartige Göttlichkeit von Jesus und holen ihn so auf die Stufe eines geschaffenen Wesens hinunter. Auch das ist folgerichtig, denn der wahre Jesus, der ewiger Gottessohn und Mensch zugleich ist, sprengt alle religiösen Systeme.

 

Jesus bleibt

Egal, wie viele nachchristliche Religionen noch entstehen werden, eins ist sicher: Der wahre Jesus wird sie alle überleben und überwinden.

Alle anderen Religionen bleiben in der Frage der Erlösung letztlich beim Menschen stecken und führen zu einer Leistungs- oder Selbstentwicklungsreligion. Anders der wahre Jesus. Er ist der, der als einziger sagen konnte: „Es ist vollbracht!“ Und weil er alles überwunden hat, wird er als der Letzte sich über alle seine Feinde erheben.

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