Frage auf Abgeordnetenwatch: Wie gefährlich ist die Wiederkunft Jesu?

Frage auf Abgeordnetenwatch: Wie gefährlich ist die Wiederkunft Jesu?

Ja, womit sich die Abgeordneten des Bundestages bzw. ihre Büromitarbeiter so alles beschäftigen dürfen!

Ein M.J. Grannenfeld fragt auf Abgeordnetenwatch das MdBundestages Dr. Fritz Felgentreu:

Frage zum Thema Bildung und Forschung
25.06.2015
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Felgentreu,

nachdem die Medien heute über eine vom wissenschaftlichen Dienst des Bundestags erstellte Studie mit dem Titel „Die Suche nach außerirdischem Leben und die Umsetzung der VN-Resolution A/33/426 zur Beobachtung unidentifizierter Flugobjekte und extraterrestrischen Lebensformen“ berichtet haben, möchte ich Sie als Abgeordneten meines Wahlkreises sowie als Mitglied der Ausschüsse für Verteidigung sowie für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung fragen, ob Ihnen eine Beschäftigung des Bundestags bzw. einer seiner Einrichtungen mit der innen- und außenpolitisch brisanten Frage bekannt ist, ob und wann die Wiederkunft Jesu Christi zu erwarten ist?

Ich frage dies vor dem Hintergrund, dass mindestens zwölf der Staaten, mit denen Deutschland diplomatische Beziehungen pflegt, das Christentum als Staatsreligion festgeschrieben haben; zwei davon (Irland und Griechenland) berufen sich in ihrer Verfassung sogar ausdrücklich auf die „Heilige Dreifaltigkeit“. Da die christliche Doktrin für die Zeit nach der Wiederkunft Christi die Königsherrschaft Jesu ankündigt, ist davon auszugehen, dass nicht nur die genannten Staaten nach diesem Ereignis in theokratische Monarchien umgewandelt werden, sondern dass auch die freiheitlich-demokratische Grundordnung in der Bundesrepublik Deutschland aufgrund des weltumspannenden Anspruchs dieser Königsherrschaft („die Völker werden wandeln in ihrem Licht“, Bibel, Offenbarung Kap. 21) ernsthaft in Gefahr geraten wird.

Ist Ihnen bekannt, ob für diesen Fall Vorkehrungen zum Schutze unserer Staats- und Gesellschaftsordnung diskutiert bzw. getroffen werden?

Mit besten Grüßen,

Die Antwort von Dr. Felgentreu ist beruhigend: Von Jesus werden keine verfassungsfeindlichen Aktivitäten zu erwarten sein. Na, da bin ich ja beruhigt! Außerdem wird uns versichert, dass sich der Bundestag in naher Zukunft nicht mit der Wiederkunft Jesu Christi beschäftigen wird…

Dann kann ja alles entspannt weitergehen!

Hier die Antwort von Dr. Felgentreu:

Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre spannende Anfrage. Ich kann guten Gewissens sagen, dass sich der Bundestag in naher Zukunft nicht mit der Wiederkunft Jesu Christi beschäftigen wird. Auch erkenne ich in den diplomatischen Beziehungen mit Staaten, die das Christentum als Staatsreligion festgeschrieben haben, keine Gefahr für die freiheitlich-demokratische Grundordnung der Bundesrepublik Deutschland. Sollte die Wiederkunft Christi in einem der genannten Staaten stattfinden, würde er gegebenenfalls als Staatsoberhaupt in Deutschland diplomatische Immunität genießen, könnte daraus aber keine Ansprüche ableiten. Als EU-Bürger käme er allenfalls in den Genuss der Arbeitnehmerfreizügigkeit. Verfassungsfeindliche Aktivitäten sind von Jesus nicht zu erwarten (Römer 13:1).
Mir persönlich bereitet daher derzeit der weltumspannende Anspruch des „Islamischen Staates“ in Syrien und im Irak mehr Kopfschmerzen als die von Ihnen beschriebene Gefahrensituation.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Fritz Felgentreu

Wow!

Wie gefährlich wäre es eigentlich, wenn Jesus heute wiederkommen würde? Ist das überhaupt zu erwarten? Oder ist das eine überholte christliche Vorstellung? Zumindest ein deutscher Politiker hat sich dazu einmal öffentlich geäußert, und zwar kein geringerer als der ehemalige Bundespräsident Dr. Gustav Heinemann.

Beim Abschlussgottesdienst des Evangelischen Kirchentags in Essen 1950 sagte er vor 180.000 Menschen:

„Unsere Freiheit wurde durch den Tod des Sohnes Gottes teuer erkauft. Niemand kann uns in neue Fesseln schlagen, denn Gottes Sohn ist auferstanden. Lasst uns der Welt antworten, wenn sie uns furchtsam machen will: Eure Herren gehen – unser Herr aber kommt!“

Ob die Wiederkunft Jesu gefährlich oder tröstlich ist, hängt sicher vom einzelnen Betrachter selbst ab.

Mit lieben Grüßen

Euer

roland

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