Früher … beteten wir noch gegen Sexshops

Früher … beteten wir noch gegen Sexshops

Es war in den Siebzigern. Die so genannte sexuelle Revolution war noch in der Startphase. Die Hippiebewegung hatte die „freie Liebe“ propagiert. Jetzt ging es einen Schritt weiter in Richtung Kommerz. Die ersten Sexshops wurden eröffnet. Auch in meiner Heimatsstadt Duisburg. Für die meisten Leute war das ein Skandal. Mitten in der Innenstadt machte Beate Uhse einen Laden auf. Ein weiterer Schritt für ihr Millionen-Imperium. Wir fanden das skandalös. Wie konnten erwachsene Männer, verheiratete noch dazu, in solche Läden gehen? Und – was machte das mit ihrer Seele? Vielleicht waren wir naiv – aus heutiger Sicht sicher. Auf jeden Fall beteten wir gegen solche Shops. Nein, es waren keine Sit-Ins. Nur das Gebet, dass möglichst wenige Leute da hinein gehen. Dass die Ehen nicht zerbrechen. Dass die Läden möglichst bald wieder schließen würden. Auf dem Pflaster vor dem Shop stand plötzlich in großen, farbigen Lettern: „Jesus bietet mehr als Sex!“ Wir wussten nicht, wer das dorthin geschrieben hatte. Wahrscheinlich die Jesus-People aus dem Duisburger Süden. Viele Monate war die Schrift sichtbar. Jeder, der den Laden betrat, hatte sie vorher gelesen. Schließlich wurden die Pflasterplatten vertauscht, so dass man den Sinn der Buchstaben nicht mehr erkennen konnte.
Na ja, heute gibt es in unseren Großstädten nicht nur einen Sexshop, sondern gleich mehrere. Es ist offenbar normal geworden, da hinein zu gehen. Gesellschaftlich geächtet ist es jedenfalls nicht mehr wirklich. Und außerdem – durch das Internet kann sich jetzt jeder seine Pornos direkt ins Wohnzimmer holen. Auch vor Christen macht das nicht halt. Ist doch alles nicht so schlimm! Wir wollen doch schließlich nicht verklemmt sein!
Doch, was als Versprechen einer großen Freiheit begann, ist längst für viele zu einer weiteren Variante von Sucht geworden. Anstatt uns in die Freiheit zu führen, hat die sexuelle Revolution viele Menschen in Süchte und Zwanghaftigkeiten geführt. Die Sexualisierung hat längst auch Jugendliche und Kinder erreicht. Pornofilme und teilweise perverse Bilder werden in den Schulklassen untereinander weitergegeben. Was auf der Strecke bleibt, ist die Würde der Menschen, besonders der Frauen. Die Bilder, die wir sehen, brennen sich in unseren Köpfen ein. Und manch einer wird dadurch nicht nur belastet, sondern unfähig, eine gesunde Sexualität zu entwickeln.
Während ich schreibe, merke ich, dass das so ganz gegen den Geist unserer Zeit geht. Es ist einfach uncool, den Finger auf diese Sache zu legen. „Du sollst nicht ehebrechen…“ Ja, ja, habe ich schon mal gehört. „Du sollst nicht begehren deines Nächsten Frau…“ Okay, steht auch in der Bibel. Aber – muss man das wirklich so ernst nehmen? „Unter euch sollen sexuelles Fehlverhalten oder Unreinheit und auch die Gier nach Reichtum noch nicht einmal Gesprächsgegenstand sein.“ (Epheser 5, 3,dasbuchNT.) Zum Christsein gehörte einfach sexuelle Enthaltsamkeit außerhalb der Ehe. Früher war das so. Na ja, früher eben.

Roland Werner, Juni 2013

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