20. Wer wird Millionär?

20. Wer wird Millionär?

Wenige Fernsehshows sind so beliebt wie die Quizsendungen, in denen es wirklich etwas zu verdienen gibt. Ich gebe es zu: Auch ich sitze gern auf der Couch, ziehe mir kleine Snacks rein (seit neuestem gibt es von Elke liebevoll klein geschnittene Apfelstückchen) und fiebere mit, wenn die Kandidaten Fragen zu Erdkunde, Geschichte, Kultur, Sport und vielem mehr beantworten müssen.
Meist weiß ich die Antworten –- sodass mich Elke schon häufig aufgefordert hat, bei den Sendern anzurufen und zu versuchen mitzumachen. Das wäre doch toll: Eine Million Mark –- und wir hätten keine finanziellen Probleme mehr -– weder persönlich noch beim Christus-Treff noch bei Friends. Ich gebe zu, es lockt mich schon gewaltig, das Geld.
Außerdem — ich im Fernsehen! Ich könnte so ganz nebenbei was über Jesus und den Glauben erwähnen. Wäre schon cool.

Aber Geld ist für mich natürlich nicht das Wichtigste. Denn ich bin doch Christ. Und wir Christen sind von der Herrschaft fremder Mächte und Gewalten befreit und haben Jesus an die erste Stelle gesetzt. Aber es ist doch irre, was man mit Geld alles machen kann.
Zum Beispiel den Hunger in der Welt bekämpfen. Und endlich den Schuldenberg des Christus-Treff reduzieren. Und arme Jugendarbeiter und junge Evangelisten unterstützen. Es wäre schon toll, wenn ich Geld hätte. Dann könnte ich wirklich etwas bewegen.

Luther hat 95 Thesen an die Tür in Wittenberg genagelt. Das hat die Reformation ausgelöst. Ich will 20 Thesen (und Tipps) in den PC hämmern. Ich glaube, dass eine Erweckung dann kommen würde, wenn die Christen ihr Verhältnis zum Geld regeln würden. Mehr braucht es nicht.
Hier also meine Tipps und Thesen:
1. Die meisten Christen sind an Geld gebunden -– an das, was sie haben und an das, was sie nicht haben.
2. Wer die Herrschaft des Geldes, des Sicherheitsstrebens und des Sorgengeistes nicht überwindet, fügt sich selbst und allen, für die er Verantwortung trägt, dauerhaften Schaden zu.
3. Alles, was wir haben, ist uns nur anvertraut -– zum selber Genießen, zum Helfen und zum Weitergeben. Alle unsere Ressourcen -– Geld, Zeit, Kraft usw. -– gehören nicht uns selbst, sondern letztlich Gott.
4. Gott nimmt uns ernst und vertraut uns die Erde und ihre Schätze an. Unsere Aufgabe ist es, zu „bebauen und zu bewahren“, also Haushalterschaft einzuüben.
5. Wir brauchen eine neue Kultur der Askese, die wir in allen Bereichen einüben müssen, wenn wir nicht an unserem Materialismus ersticken wollen. Wer verzichten lernt, kann auch wieder ganz neu genießen lernen.
6. Obwohl unser ganzes Geld Gott gehört, erlaubt er uns, das meiste zu behalten. Im Alten Testament gebietet er dem Volk Israel, regelmäßig den zehnten Teil ihres Einkommens für die geistliche Arbeit, also den Tempel, die Leviten und Priester, zu geben. Außerdem verbietet er, die Armen auszunutzen, statt dessen sollen die Wohlhabenden ihnen helfen.
7. Keine Gemeinde, kein Missionswerk, keine christliche Organisation müsste noch einen einzigen Spendenaufruf schreiben, wenn die Christen ihre finanzielle Verantwortung übernehmen würden.
8. Obwohl das Gebot des Zehntengebens im Neuen Testament nicht wiederholt wird und also im strengen Sinne nicht gilt, ist der Zehnte ein guter Maßstab. Wir sollten uns nicht lumpen lassen.
9. Gott ist nicht an deinem Geld interessiert, sondern an deinem Herzen. Widerwillig gegebenes Geld will Gott gar nicht haben. Die Bibel sagt eindeutig, dass Gott einen fröhlichen Geber lieb hat.
10. Dein Zehnter gehört dem Reich Gottes. Darüber hinaus bist zu frei, noch zusätzliche Opfer zu geben, Projekte zu unterstützen, den Armen zu helfen usw.
11. Wenn du anfängst den Zehnten zu geben, wirst du erleben, dass du nicht weniger hast, sondern mehr, weil Gott dich um so mehr segnet (Maleachi 3).
12. Das Geben des Zehnten kann dir helfen, mit Geld bewusster umzugehen.
13. Anhand des Zehnten kannst du lernen, einen Lebensstil des Gebens auch in anderen Bereichen einzuüben: Zeit, Kraft, Aufmerksamkeit, praktische Hilfe.
14. Mein persönlicher Ratschlag: Gib mindestens die Hälfte deines Zehnten in die örtliche Gemeinschaft von Christen, zu der du gehört. Bei der anderen Hälfte lass dir von Gott zeigen, welche Projekte oder Personen du unterstützen sollst.
15. Warte mit dem Zehnten nicht, bis du viel Geld verdienst oder ein festes Einkommen hast. Je früher du das Teilen einübst, um so leichter wird es dir fallen, wenn du mehr hast.
16. Der Zehnte ist der Maßstab unseres Vertrauens auf Gott.
17. Versuche, einen weiteren Zehnten in die Vorsorge für die Zukunft zu stecken –- in Form eines Sparbuchs, Bausparvertrages oder ähnliches. Wenn du ständig ein überzogenes Konto hast, stimmt etwas mit deinem Umgang mit Geld nicht und du bist stark gefährdet, dir langfristig große Probleme einzuhandeln.
18. Sei korrekt in allen Gelddingen. Bezahle Schulden so schnell wie möglich zurück. Geldschulden sind Bringschulden. Versuche nicht, irgendjemanden übers Ohr zu hauen, auch nicht das Finanzamt.
19. Entwickle Großzügigkeit. Klebe nicht am Geld. Setze den Satz von Jesus immer wieder in die Tat um: Geben ist heilbringender als Nehmen!
20. Erkenne, wie reich du in Wirklichkeit bist und lass dein Denken, Fühlen und Handeln von Dankbarkeit und Vertrauen prägen. So wirst du ein echter Millionär.

Wer wird Millionär? Du kannst einer werden, wenn du diese Tipps und Thesen in dein Handeln einbeziehst.

Herzlich
dein
Roland

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