13. Drei dicke Fische

13. Drei dicke Fische

Was mache ich eigentlich die ganze Zeit? Nicht nur ich selbst frage mich das. Sondern es passiert mir häufig, dass Leute mich ausquetschen mit dieser Frage. Irgendwie fühle ich mich dann meist ein bisschen komisch und schuldig, weil mir häufig nicht sofort eine passende Antwort einfällt. Und ich bin auch unsicher, ob die Fragenden nun eine kurze Antwort von etwa 15-20 Sekunden Länge wollen, eine mittlere von 3-5 Minuten oder eine ausführliche von einer Viertelstunde oder mehr.
Wenn ich dann hinterher wieder allein bin, fällt mir vieles ein, das ich hätte sagen können. Ja, was mache ich eigentlich? Nun, ist doch klar: Jesus hat mich berufen ein Fischer zu sein. Als Flachlandtiroler aus der Großstadt ist das für mich natürlich eher etwas ungewöhnlich. Aber weil es in der Bibel steht, ist das meine Hauptbeschäftigung: Fische fangen.
Ich will heute von drei dicken Fischen erzählen, die ich — natürlich nicht allein, sondern zusammen mit vielen anderen — zu fangen versuche.

Ein Fisch mit Identitätsproblemen: Im Sommer soll er schwimmen. Anfang Juni bis Ende Oktober, fünf Monate lang. Seine natürliche Umgebung ist in Hannover direkt an einem Teich am Rande des EXPO-Geländes zu finden. Vielleicht hast du es schon erraten: Ich spreche von unserem Jugendpavillon mit dem klangvollen Namen „Pavillon der Hoffnung“. Dieser Fisch, der übrigens schon steht, hatte von Anfang an ein Identitätsproblem. Ist er Fisch oder Fleisch? Fisch oder Wal? Immer wenn wir Deutschen kompromissbereit vom „Walfisch“ sprachen, sagten uns unsere internationalen Freunde:
„A whale is not a fish!“ Unser Bildungsniveau ist offensichtlich nicht so hoch wie das des Rests der Welt.
Auf jeden Fall werde ich die meiste Zeit dabei sein: im Raum der Hoffnung, in dem wir unsere Gäste einladen über den Film nachzudenken, den wir eigens entwickelt haben, und mit uns das „Gebet der Hoffnung“ zu sprechen. Elke und ich und manche andere aus Marburg haben viel Energie und Zeit im Vorfeld für diese großartige Aktion investiert. Und wir hoffen, dass viele junge Leute, die zur Expo kommen, auch den Weg in den Hoffnungsfisch finden und dort eine Entdeckung machen, die ihr Leben verändert. Wir brauchen noch viele Mitarbeiter, Christen jeden Alters, die bereit sind für vier Wochen mitzuhelfen im Fisch zu fischen.

Fische im Satellitennetz: Ich schreibe diese Zeilen in Bremen, wo ich während der ProChrist-Abende die Predigten von Ulrich Parzany ins Englische übersetze. Im Oktober, 10.-14., soll noch einmal JesusHouse, die kleine Schwester von ProChrist, überall im Land über die Bildschirme flimmern. Auch dies ist ein dicker Fisch, den wir gerade wassertauglich zu machen versuchen. Das Konzept wird anders sein als beim letzten JesusHouse. Aus dem Hoffnungsfisch in Hannover werden wir ausstrahlen. Verschiedene Musikgruppen, verschiedene Verkündiger.
Eine Soap ist bei JesusHouse auch dabei, wobei die Namen der neuen Stars noch geheim sind.
Wir hoffen, dass viele Jugendgruppen überall im Land mitmachen, und dass wir wie beim letzten Mal erleben, dass viele Fische mit ins Boot kommen um vom obersten Fischer in Menschenfischer verwandelt zu werden.

Der Mega-Fisch am Horizont: Auf ihn freue ich mich besonders. Er ist der vierte Fisch in einer berühmten Geschwisterreihe. In den Jahren 1976, 1988 und 1996 haben seine älteren Geschwister das Licht der Weltmeere erblickt. Der Geburtstermin für Nummer Vier ist 2. bis 6. Oktober 2002. Auch dieser Fisch hat den gleichen Familiennamen: Christival, eben Number Four. Dabei geht es auch diesmal um die Nummer Eins: JC von Nazareth, Zimmermann, Meister, Lehrer, Erlöser, oberster Menschenfischer aus Leidenschaft. Ich freue mich schon darauf, dass viele Tausende junger Christen aus allen möglichen und fast nicht mehr möglichen Gemeinden in Kassel zusammenkommen.
Christival 2002 wird ein wirklich großer Fisch.
Wie das Geheimzeichen der frühen Christen soll er klar machen, dass Jesus Christus wirklich Gottes Sohn und Retter ist.

Also, damit beschäftige ich mich. Drei dicke Fische: Pavillon der Hoffnung, JesusHouse, Christival. Viel Planung hinter den Kulissen, viele klärende Vorgespräche, viel Nachdenken und Gebet, damit bei allen drei Fischen eine echte Ernährung herauskommt.
„Kommt und esst!“, sagte Jesus am frühen Morgen, als die sieben Jünger nach durchwachter Fischnacht auf dem See Genezareth zum Ufer zurückkehrten. Ihre Netze waren leer geblieben. Aber dann warfen sie sie noch einmal aus, auf den Befehl von Jesus. Und da waren sie voll mit Fischen. Als sie ans Ufer kamen, lagen aber schon einige von Jesus selbst ausgenommene und geröstete Exemplare auf dem Kohlefeuer. Und als sie diese vertilgt hatten, fragte Jesus den Petrus: „Hast du mich lieb?“ Eine wichtige Frage. Denn Jesus lieben ist wichtiger als Tausende von Fischen zu fangen.

Herzlich Euer
Roland Werner

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