Gott – ein Suchbild?

Gott – ein Suchbild?

Gott zu finden ist möglich. Vom Ende der Religionen.

Es ist schon erstaunlich, dass sie immer neu gestellt wird: die Frage nach Gott. Zu allen Zeiten, in jeder Kultur, in jeder Region auf der Erde. Die Frage nach Gott lässt die Menschheit nicht los.

Dabei sind die Vorstellungen von Gott, von dem, wer oder was er ist, so vielfältig wie die Menschen selbst. Während uns die Frage, ob es einen Gott gibt (und wenn ja, wie er ist und was er will) vereint, trennen uns die Antworten umso deutlicher. Denn die Bilder von Gott, die in den verschiedenen Religionen zu finden sind, unterscheiden sich oft grundlegend voneinander.

 

Ein Gott oder viele Götter?

Während Judentum, Christentum und der Islam von einem einzigen Gott ausgehen, herrscht in vielen anderen Kulturen die Ansicht, dass der Himmel gleich mit einer ganzen Göttersippe bevölkert sei. So glaubten die Germanen an Odin und Freya, an Thor und Tiu und viele andere aus den Götterfamilien der Asen und Wanen. Die Griechen hatten Zeus und Hera, Aphrodite und Apollo sowie eine ganze Schar von Halbgöttern, die in nicht immer ungetrübter Eintracht auf dem Olymp hausten. Die Römer übernahmen die Idee der Griechen. So entsprach bei ihnen Jupiter dem griechischen Zeus, Venus der Aphrodite, Diana der Artemis und so weiter. Jede dieser Gottheiten hatte spezifische Aufgaben. Und auch die alten Ägypter identifizierten die verschiedenen Götter mit bestimmten Funktionen. Oder besser ausgedrückt: Bestimmte Naturphänomene wurden „vergottet“. So wurde die Sonne zum Sonnengott Re und auch der Nil war ein Gott.

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PROCHRIST 2018 – Rückblick & Aufzeichnungen

PROCHRIST 2018 – Rückblick & Aufzeichnungen

Aus der Pressemitteilung von proChrist:

Die PROCHRIST-Woche vom 11. bis 17. März in der Kongresshalle am Zoo Leipzig wurde vor Ort von über 20 christlichen Gemeinden, Werken und Organisationen getragen. Die Abendveranstaltungen standen unter dem Motto „Unglaublich?“ und orientierten sich am Apostolischen Glaubensbekenntnis. Die Abende wurden vom Zentralort Leipzig live an über 500 Veranstaltungsorte übertragen. Zeitgleich erfolgte die Ausstrahlung über Bibel TV, den Radiosender ERF plus sowie über Youtube, Facebook und Internet. Interview-Partner berichteten an jedem Abend, welche Bedeutung der Glaube in ihrem Leben hat, darunter der Astrophysiker Heino Falcke, Benjamin Wussow, Sohn des Schwarzwaldklinik-Stars Klausjürgen Wussow und Daniel Böcking, stellvertretender Chefredakteur der BILD-Zeitung. Darüber hinaus fanden an 35 Orten Veranstaltungen zu denselben Themen mit Rednerinnen und Rednern von proChrist statt – durchgehend mit guter Resonanz.

Roland Werner, erster Vorsitzender des proChrist Vereins, resümiert: „Die Mitarbeiter in Leipzig, an den Veranstaltungsorten und an der Telefon-Hotline haben zahlreiche Glaubens- und Seelsorgegespräche geführt. Viele Menschen, auch aus anderen Kulturkreisen, haben so erstmalig oder wieder neu einen Zugang zu Jesus Christus finden können. Dazu dienten auch die Übersetzungen in andere Sprachen. Besonders groß war das Interesse im slowakischen Sprachraum.“

Videos online

Die Aufzeichnungen zu den von Elke Werner und Steffen Kern moderierten Abenden sowie der PROCHRIST-TV-Serie finden sich in der MEDIATHEK des Zinzendorf-Instituts verlinkt.

Übersetzungen der Abende in viele Sprachen finden sich in der Mediathek von proChrist.

Ostern ist mehr

Ostern ist mehr

»Nach seinem Bestseller „Weihnachten ist mehr“ erklärt Roland Werner nun den Kern von Ostern: Das Grab ist leer, der Weg ist frei! Warum das ein Grund zur Freude ist und wie die vielen weltlichen und kirchlichen Ostertraditionen alle auf das Wunder der Auferstehung hinweisen – das präsentiert der Autor klar, mit Witz und mit seiner Liebe für das Evangelium. Eine Einladung für Menschen, die den Bezug zu Ostern verloren haben, sich wieder aus vollem Herzen „Frohe Ostern!“ zu wünschen.«

Das schreibt der Verlag zu meinem neuen »Büchlein« zum Verschenken oder Selbstlesen, weitere Infos hier.

Demokratie. Gabe und Aufgabe. – Ein Zwischenruf

Demokratie. Gabe und Aufgabe. – Ein Zwischenruf

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Demokratie – nicht selbstverständlich

Dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, macht ein Blick in die Geschichte klar. Selbst das vielgerühmte Griechenland brachte in der klassischen Zeit keine echte Demokratie hervor, auch wenn sie sich so nannte. Denn beileibe nicht das ganze „Volk“ – das ist die Übersetzung des Wortes „demos“ wahr hier wahlberechtigt, sondern nur die freien Männer, die Land besaßen. Ausgeschlossen von Herrschaft und Wahlmöglichkeit waren die Frauen, die Unfreien und Sklaven und natürlich auch die Fremden. In den griechischen Stadtstaaten gab es also maximal eine Herrschaft der wenigen Reichen.

Dass Demokratie nicht selbstverständlich ist, zeigt zweitens auch der Blick in die Welt um uns herum. Es gibt in unserer Zeit noch an vielen Stellen Diktaturen oder auch die Herrschaft einer Bevölkerungsgruppe über die anderen. Manchmal ist diese Wirklichkeit kaschiert durch scheinbar demokratische Formen. Doch Staaten mit Einparteiensystemen können nicht wirklich den Namen Demokratie für sich beanspruchen, auch, wenn der Form nach Wahlen durchgeführt wurden.

Die Länder, in denen wirkliche Demokratie herrscht, und zwar nicht nur dem Namen nach, sind immer noch in der Minderheit. Und ein zweites fällt auf: Es sind vor allem die Länder, die kulturell und geistesgeschichtlich zum so genannten „christlichen Abendland“ gehören, in denen sich demokratische Strukturen herausgebildet haben. Noch genauer gesagt: Es sind die Länder, die von der Reformation am stärksten beeinflusst wurden, in denen sich demokratische Staatsformen am deutlichsten und am dauerhaftesten herausbilden konnten.

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Demokratie – eine Frucht der Bibel

Das kommt nicht von ungefähr. Die Zugänglichkeit der Bibel in der Muttersprache spielte dabei eine zentrale Rolle. Denn in ihr werden grundlegende Wahrheiten gelehrt, die zur Entstehung und zum Erhalt von demokratischen Strukturen unerlässlich sind. Dazu gehört ganz zentral die Aussage, dass die Menschen, Männer und Frauen, im Ebenbild Gottes geschaffen sind und deshalb eine unveräußerliche Würde besitzen. Genauso wichtig war und ist die Betonung der Bibel auf Recht und Gerechtigkeit. Gerade die prophetischen Bücher des Alten Testament sparen nicht mit Kritik an den Herrschenden und fordern sie im Namen Gottes auf, gerecht zu handeln und das Recht des Einzelnen, auch gerade das des Armen und Schutzlosen zu achten und zu verteidigen. Im Alten Testament gibt es durchgängig eine Kritik an jeder Form von absoluter Herrschaft. Gerade weil Gott der wahre König ist, wird das Königtum kritisch gesehen und selbst Könige zur Rechenschaft gezogen.

Weil das Vorwort der frühen englischen Bibelübersetzung von Wycliffe genau diese Gedanken enthielt, war die Bibelübersetzung in England im späten Mittelalter verboten. Krone und Altar fürchteten sich vor der demokratisierenden Kraft der Bibel.

Es ist bezeichnend, dass die Worte von Thomas Jefferson über das „…..right“ aus der amerikanischen Unabhängigkeitserklärung fast wörtliche Zitat aus der Einleitung zur Bibel von Wycliffe sind.

Erst als die Bibel in den folgenden Jahrhunderten, vor allem durch die Reformation, den Menschen Europas in ihren Muttersprachen zugänglich wurden, konnten die Ansprüche des Papsttums und des Kaisertums auf absolute Macht zurückgedrängt werden. Dass das nicht ohne Kämpfe ging, zeigt die Geschichte besonders in Frankreich und im habsburgischen Österreich. In beiden Fällen war die Bibel nicht frei zugänglich – in Frankreich durch die Verfolgung der Hugenotten – oder für die einfachen Menschen verboten, so in der Gegenreformation der Habsburger Lande. Wo jedoch die Bibel auch in den Häusern gelesen und in den Kirchen gelehrt wurde, entwickelten ihre Gedanken eine Kraft, die schließlich nicht nur zur Aufklärung, sondern auch zur Entstehung der modernen demokratischen Staaten führte.

Durch die Missionen und auch durch den Einfluss des zumindest teilweise von dem Gedankengut und Wertesystem der Bibel geprägten Westens allgemein verbreiteten sich demokratische Gedanken in viele Länder weltweit. Wie schwer es jedoch ist, wirkliche Demokratie zu leben und echte demokratische Strukturen aufrecht zu erhalten ohne diese geistesgeschichtliche und werte-orientierte Grundlage, kann jeder aufmerksame Zeitgenosse tagtäglich in den Nachrichten beobachten. Denn Demokratie  ist keine Selbstverständlichkeit, sondern ist eine Gabe und Frucht einer zumindest teilweise von der Bibel geprägten Gesellschaft, und muss deshalb immer neu erkämpft und gesichert werden.

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Der Kampf um die Demokratie

Das kostbare Gut der Demokratie ist Gabe und Aufgabe zugleich. Denn genauso wie ein demokratisches Weltbild sich entwickeln kann, und darauf demokratische Regierungsformen aufgebaut werden können, kann ein umgekehrter Prozess in Gang kommen. Diese Erfahrung hat es leider in der Geschichte auch immer wieder gegeben. Deshalb ist Demokratie – auf allen Ebenen – in der kleinsten Gemeinschaft bis hin zum Staat – immer neu zu erarbeiten, ja zu erkämpfen. Die Grundlage ist der Respekt vor der Würde und damit verbunden vor dem Gewissen des Einzelnen. Es war ein Meilenstein der Geschichte, als Martin Luther vor der versammelten Machtfülle des Reichs und der Kirche sich auf die klare Vernunft und sein an die Bibel gebundenes Gewissen bezog. Die Folgen waren für ihn unabsehbar. Er hätte wie Jan Hus 100 Jahr zuvor auf dem Scheiterhaufen brennen können. Stattdessen gefiel es der göttlichen Vorsehung, sein Bekenntnis zu einem weltbewegenden Fanal werden zu machen, aus dem nicht nur die Reformation und die daraus folgenden Erweckungsbewegungen mit ihrer Segensgeschichte von Diakonie und Volksmission entstanden, sondern letztlich auch die Impulse, die, verbunden mit anderen, zur Herausbildung unserer freiheitlichen Demokratie wurden. Dass auch heute Mut und Gottvertrauen dazu gehören, unsere demokratischen Freiheiten und Ordnungen langfristig zu sichern und zu gestalten, ist eine Lektion, die wir immer neu lernen müssen.

Dr. Dr. Roland Werner ist Professor für Theologie im globalen Kontext an der Ev. Hochschule Tabor und Vorsitzender von proChrist.

(Dieser Beitrag ist zuerst erschienen in der Zeitschrift „Neues Leben 3.2017“)

Aufzeichnung Winterbibelschule »Der Römerbrief«

Aufzeichnung Winterbibelschule »Der Römerbrief«

Vom 28. bis 30. Dezember 2017 fand im ChristHaus in Marburg die Winterbibelschule zum Thema »Der Römerbrief« statt. Dieser ZinzendorfWorkshop steht hier vollständig als Mitschnitt zur Verfügung:

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